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generation einfallslos

Tuesday, June 16th, 2009

Heute hat Spiegel Online mit dem titel “Jung, gut ausgebildet, chancenlos” ein artikel zum thema generation praktikum veröffentlicht. In ihm vertreten die autorInnen Christoph Titz und Britta Mersch grob umrissen die these, dass die heute 20 – 35 jährigen im zeichen der krise trotz bester qualifikationen am arbeitsmarkt nahezu chancenlos seien. Belegt wird das unter anderem mit den argumenten, dass von diesen jungen akademikern fast die hälfte schonmal arbeitslos gewesen sei und “jeder zweite unter 30 schon mal ein befristetes Arbeitsverhältnis” hatte.

Das ist nur an belegen reichlich wenig, sondern auch in der aussagekraft ziemlich dünn. Die interessanteren fragen wären doch eher, wie lange diese personen letzlich arbeitslos waren oder wer bis 30 noch gar keinen job gefunden hat. Und wo ist das problem, wenn man mal EIN befristetes arbeitsverhältnis hatte.

Diverse praktika im ausland, sprachkenntnisse, einser-abschluss. Laut Spiegel Online “machen so viele [in dem alter] alles richtig” und schaffen’s dann doch nicht. Ja, was schaffen sie denn nicht? “Der kleine Traum vom bürgerlichen Glück” oder “die Drohung des sozialen Abstiegs” sollen es sein, die die jugend beschäftigen.

Da stellt sich doch eher die frage, ob diese jugendlichen nicht vielleicht alles grundlegend falsch machen.

Anstatt die (arbeits-)welt nach ihrem gusto umzugestalten, unterwirft sich diese junge Generation den gesetzen ihrer eltern. Opportunistisch lebt sie den bewerbungsprofilen der großen konzerne und organisationen hinterher, anstatt eben diese zu hinterfragen.

Dabei hätte meine generation (ja, ich gehöre dazu. Ich absolviere sogar gerade mein zweites praktikum in folge. Beide im ausland, beide unbezahlt.) dieses anbiedern gar nicht nötig. Dank Facebook und Twitter bestens vernetzt, müsste sie doch eigentlich in der lage sein, eigene strukturen aufzubauen. (zum Nachlesen: “Wir nennen es Arbeit” von Holm Friebe und Sascha Lobo)

“Mir soll es nicht schlechter gehen als meinen Eltern” sagen die jungen. Ja, warum stellt denn diese generation den materialistischen lebensentwurf ihrer eltern nicht in frage? Die ewige lüge vom ständigen wachstum und der damit verbundenen aussicht auf vollbeschäftigung sollte sich ja nun im zeichen der wirtschafts- und klimakrise endlich auch dem letzten offenbaren. Warum also nicht gleich das elterliche eigenheim (oder vielleicht eher das der großeltern. Dieser wandel hat ja nicht gerade gestern angefangen oder wann hatten wir eigenlich das letzte mal vollbeschäftigung?) gegen freiheit eintauschen? Gegen die freiheit, sich nicht fortwährend sagen lassen zu müssen, was zu tun ist und was nicht.

Auch hätte die heutige jugend das zeug dazu, den begriff arbeit endlich neu zu definieren. Weg von der fremdbestimmten erwerbsarbeit hin zu einer selbstbestimmten, selbsterfüllenden arbeit. Meine generation könnte zum beispiel lautstark das bedingungslose grundeinkommen fordern, um genau diese arbeit zu ermöglichen. (Lesenswert in diesem zusammenhang ist dieser zum Nachlesen: heise-artikel von Jens Berger.)

Aber soweit ist sie noch nicht. Selbst schuld.

Ich will hiermit nicht behaupten, dass praktika, auslandsaufenthalte und einser-abschlüsse per se schlecht sind. Im gegenteil. Jedoch sollte man schon hinterfragen, ob man sie macht, um persönlich voran zu kommen oder nur, damit sie am ende auf dem eigenen lebenslauf stehen.

Am ende meine bitten:

1. liebe angehörige meiner generation: Vergesst was euch jahrelang als “die karriere” oder “der lebenslauf” eingetrichtert wurde und macht euch endlich selbst gedanken, wie ihr leben wollt.

2. sehr geehrte Frau Mersch, sehr geehrter Herr Titz: Sollten Sie noch einmal einen artikel schreiben, predigen sie bitte nicht nicht irgendwelche überkommenen bürgerlich-materialistischen ideale und vor allem schreiben Sie nicht so einseitig. (Es gibt nämlich sowohl noch junge leute mit ähnlichen qualifikationen und anderen lebenseinstellungen als auch junge leute ohne einser-abschluss).

spiegel online/Merian schreibt über Bristol

Saturday, March 14th, 2009

Heute hat Spiegel Online einen artikel aus dem Merian über Bristol und seine musikszene veröffentlicht. Wer wissen will, warum diese stadt für einen wannabe musikproduzenten der richtige ort ist, sollte den reisebericht lesen.

Eine frage freilich bleibt: Was hat Bristol mit Cornwall zu tun?